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Unsere Geschichte

Unser Bund während der Weimarer Republik

Die Bundesbrüder, die aus dem Krieg zurückkehrten, fanden ihre alte Hochschulstadt aufgerührt von den Wirren der Novemberrevolte 1918 vor. Unter der Führung des radikalen Marxisten August Merges war der Braunschweiger Herzog Ernst August zur Abdankung gezwungen worden und gab als einer der ersten deutschen Fürsten die Erklärung seines Rücktrittes ab.

Man war bemüht eine Räterepublik Braunschweig zu schaffen, deren Präsident der schon erwähnte Schneider Merges und deren Kultusministerin die frühere Waschfrau Minna Faßhauer werden sollte. Doch diese Pläne stießen auf wachsenden Widerstand in der Bevölkerung, die sich, zusammen mit vielen Studenten, dagegen empörte.

In Hannover wurde die Studentenkompanie Braunschweig gegründet, die mit Hilfe der Truppen des Generals Maerckers Braunschweig aus dem Joch der Rotgardisten befreien sollte. Als am 16. April 1919 der Angriff erfolgen sollte, waren die Roten bereits aus der Stadt geflüchtet und traten nicht mehr zum Widerstand an. Der rote Spuk war aus Braunschweig verschwunden und der gemäßigte Sozialdemokrat Dr. Jasper lenkte nunmehr die Geschicke Braunschweigs im Sinne der Weimarer Republik.

In einer Zeit der Zerstückelung Deutschlands warfen auch Universitätsstudenten die alten Standesvorurteile gegen die technischen Verbindungen beiseite und gründeten gemeinsam mit ihnen die Deutsche Burschenschaft, womit endlich die Einigung aller Burschenschaften in einem Dachverband geschafft war. Der Rüdesheimer Verband war im neuen großen Verband aufgegangen, aber die langjährigen Freundschaftsverhältnisse sollten nicht erlöschen. Und so wurde zur Aufrechterhaltung der alten Freundschaften am 4. April 1920 der Rheinische Ring gegründet, der als Freundschaftskartell innerhalb der Deutschen Burschenschaft fortbesteht.

Der wirtschaftliche Alltag in der Weimarer Republik ließ jedoch keine Freudenstimmung aufkommen und mit der stetig wachsenden Inflation wurde die Finanzierung des Bundeslebens zum immer größeren Problem. Da aber kam einigen Bundesbrüdern die Idee zur Gründung einer eigenen wertbeständigen "Bank" : Die Wirtschaftskommission wurde ins Leben gerufen. Eingezahltes Geld wurde sofort in Lebensmittel und andere "wertbeständige" Artikel umgesetzt, so daß man für sein Geld jederzeit einen konstanten Gegenwert erhielt. Die Wirtschaftskommission arbeitete so gut, daß auch Alte Herren ihr Geld einbrachten und von den erzielten Gewinnen die Bewirtschaftung des Hauses ermöglicht wurde.

Nachdem man dem finanziellen Fiasko entgangen war und langsam wieder Mut für eine glückliche Zukunft schöpfte, bahnte sich aber schon ein neues Kapitel in der deutschen Geschichte an, das nicht nur unseren Bund, sondern das gesamte deutsche Volk in seinen Grundfesten erschüttern sollte.



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