Unsere Geschichte
Die Germania im Dritten Reich
Nachdem auf dem Burschentag 1933 das Führerprinzip für die Deutsche Burschenschaft übernommen worden war, begann in den folgenden Monaten die staatlich vorgeschriebene Umgestaltung unseres Bundes.
Von nun an hießen die Aktiven "Pflichtige", das Haus wurde in eine Wohnkameradschaft umgebaut und es zog ein militärischer Tagesablauf ein. Bis 1935 erfolgte eine schrittweise Gleichschaltung der Deutschen Burschenschaft, die am 18. Oktober 1935 zu deren Selbstauflösung führte. Damit hörte auch die Burschenschaft Germania dem Gesetze nach zu existieren auf.
Nach der formellen Auflösung führten ehemalige Bundesbrüder die Tradition der Germania unter dem Namen Wohnkameradschaft "Walter Flex" weiter. Jedoch erfuhr mit dem Beginn des Krieges das Bundesleben immer größere Einschränkungen und der Alltag war geprägt vom dauernden Wechsel der Mitglieder; bald kehrten erste Verwundete aus dem Felde zurück und Durchreisende streiften die Gemeinschaft in kurzen Besuchen.
Am 15. Oktober 1944 wurde das Germanenhaus ausgebombt und nur Dank des Einsatzes einiger Alter Herren konnte die Decke des Erdgeschosses notdürftig abgedichtet werden, so dass das Haus wenigstens einigermaßen vor Nässe geschützt werden konnte.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lag auch das Germanenhaus wie das ganze Deutschland in Trümmern, die Germanen waren verstreut in allen Ländern, in Gefangenschaft geraten oder gefallen und die Zukunft unserer Verbindung, die bereits 84 Jahre erfolgreich durchgestanden hatte, war ungewiß wie nie zuvor in der Geschichte der Burschenschaft Germania.